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I. Warum die CE-Norm für Verbundstoff-Hydraulikpressen besonders wichtig ist
Im Bereich der Verbundstoff-Formgebung haben sich Servoverbundstoff-Hydraulikpressen (Servo Composite Hydraulic Press) und Kompressionsformpressen (Compression Molding Press) als zentrale Kernmaschinen etabliert und werden üblicherweise zusammen mit SMC-Werkzeugen (SMC mold) eingesetzt, um ein vollständiges SMC-Produktionssystem zu bilden.
Mit der fortschreitenden Entwicklung von Verbundstoffen in Richtung Leichtbau und strukturintegrierter Funktionalität werden diese Pressen zunehmend in folgenden Bereichen eingesetzt:
- Lkw und Busse / trucks & buses
- Land- und Baumaschinen / agricultural & construction equipment
- Elektromobilität / E-mobility
- Schienenverkehr / Rail transportation
- Stadtmobiliar / Ubran furniture
In diesen Anwendungen übernimmt die Presse nicht nur die Formgebungsfunktion, sondern stellt auch die Sicherheit der Bediener, die langfristige Betriebskontinuität und die Compliance der gesamten Produktionslinie sicher. Aus diesem Grund interessieren sich europäische Kunden, die erstmals Verbundstoff-Hydraulikpressen aus China beziehen, besonders für folgende Frage:
Welche grundlegenden Unterschiede bestehen zwischen einer CE-konformen Hydraulikpresse und einer nach chinesischem Standard gebauten Presse?

Es ist wichtig zu betonen, dass das CE-Zeichen kein bloßes Zertifikat ist, sondern ein umfassendes Sicherheitssystem, das den gesamten Lebenszyklus der Maschine abdeckt – von Design und Fertigung bis hin zu Installation und Betrieb.
II. Grundlegende Unterschiede in der Konstruktionsphilosophie
Nach chinesischen Standards konzentriert sich das Design von Hydraulikpressen in erster Linie auf Produktionsanforderungen wie Presskraft, Formeffizienz, Maschinenkosten und Lieferzeiten. Dieser Ansatz ist für viele lokale Produktionsumgebungen angemessen, legt aber den Fokus hauptsächlich darauf, ob die Maschine die Produktionsaufgabe erfüllt.
CE-konforme Servoverbundstoff-Hydraulikpressen hingegen berücksichtigen die Sicherheitsrisiken bereits während der Designphase als zentrale Vorgabe. Das CE-System verlangt, dass in der Konzeptionsphase eine umfassende Risikoanalyse (Risk Assessment) durchgeführt wird, die alle potenziellen Risiken während Betrieb, Wartung, Inbetriebnahme und Störfällen identifiziert und strukturelle bzw. systemische Lösungen bereitstellt.
Dieses Prinzip der „Sicherheit von Anfang an“ bedeutet, dass CE-Konformität nicht durch nachträgliches Anbringen einzelner Sicherheitskomponenten erreicht werden kann, sondern integraler Bestandteil der gesamten Maschinenplanung sein muss.
III. Die drei Kernbereiche der CE-Sicherheit
CE-Anforderungen an Verbundstoff-Hydraulikpressen werden durch klar definierte Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Die drei zentralen Bereiche sind mechanische Sicherheit, hydraulische Sicherheit und elektrische Sicherheit, die eng miteinander verknüpft und unabdingbar sind.
Mechanische Sicherheit (Mechanical Safety)
Ziel der mechanischen Sicherheit nach CE ist es, das Risiko für Bediener durch das Design selbst zu minimieren, nicht nur durch Verfahrensanweisungen oder Erfahrung. Bei großen Hydraulikpressen mit langen Hüben und häufigem Wartungsbedarf ist mechanische Sicherheit besonders wichtig.
Das Design muss systematisch alle Betriebs- und Wartungsszenarien berücksichtigen: sicheren Zugang zur Maschine, Arbeit in Höhen, sowie zuverlässige Verriegelung beweglicher Teile während der Wartung. Diese Anforderungen bestimmen direkt die Struktur der Maschine, sie sind keine nachträglich optionalen Maßnahmen.
Typische CE-Maßnahmen:
- Sicherheitsleitern (Safety ladders) für rutschfesten und sicheren Zugang
- Wartungsplattformen mit Geländern (Top maintenance platform with guardrails) zur Vermeidung von Stürzen
- Zugangswege und Sicherheitsabstände (Maintenance access and safety distance) für ausreichenden Arbeits- und Fluchtweg
- Schieberverriegelungssysteme (Slide locking system), z. B. SITEMA, zum sicheren Fixieren während Wartung
Wartungsplattformen mit Geländern

Schieberverriegelungssysteme
Im Vergleich verlassen sich chinesische Standardpressen eher auf Bedienvorschriften als auf strukturelle Risikovermeidung.
Hydraulische Sicherheit (Hydraulic Safety)
Das hydraulische System ist das Kraftzentrum der Maschine und gleichzeitig ein hochriskanter Bereich. CE-konforme Systeme müssen fail-safe agieren, sodass selbst bei Schlauch- oder Ventilversagen das System in einen sicheren Zustand geht.
Typische Maßnahmen:
- Sicherheitsventile an den Zylindern (Safety valves on cylinders) begrenzen Bewegungen bei Druckfehlern
- Explosionsschutzketten für Hydraulikschläuche (Burst protection chains for hydraulic hoses) verhindern gefährliche Schlägerbewegungen
- Redundanz in Druck- und Bewegungslogik für sichere Bedienung unter allen Bedingungen
Sicherheitsventile

Explosionsschutzketten
Bei Standardpressen werden diese Sicherheitsmaßnahmen oft vereinfacht oder weggelassen.
Elektrische Sicherheit (Electrical Safety)
Elektrische Sicherheit ist der streng überwachte Bereich der CE-Konformität und unterscheidet CE-Pressen stark von chinesischen Standardpressen. CE prüft nicht nur Bauteilkonformität, sondern auch die interne Sicherheitslogik.
Typische Maßnahmen:
- Sicherheits-PLC (Safety PLC) mit Redundanz und Selbstdiagnose
- Lichtvorhänge Typ L (L-type safety light curtain) zum Schutz der Formzone
- Laser scanner (Laser scanner) zur dynamischen Überwachung von Gefahrenbereichen
- Not-Aus-Taster (Emergency stop buttons) nach Norm platziert
- Verifizierbare Sicherheitsprogramme (Safety program) mit Rückverfolgbarkeit und Testbarkeit
Sicherheits-PLC

Laser scanner

Not-Aus-Taster

Lichtvorhänge Typ L
Obwohl Steuerungsschaltschränke äußerlich ähnlich wirken, legt die CE-Prüfung großen Wert auf logische Struktur, Redundanz und Konsistenz mit Dokumentation.
IV. Technische Dokumentation und Verantwortungssystem
CE-Konformität umfasst ein komplettes technisches Dokumentationssystem, das für sicheren Betrieb über den gesamten Lebenszyklus entscheidend ist.
Ein vollständiges CE-Technical File enthält u.a. Risikoberichte, hydraulische und elektrische Pläne, Bedien- und Wartungshandbücher sowie Konformitätserklärungen. Diese Dokumentation ist essenziell für Audits, Unfalluntersuchungen und Haftungsfragen.
V. Fazit: CE-Pressen als systemische Ingenieurslösung
Für Servo-Hydraulikpressen zur Verarbeitung von Verbundwerkstoffen (einschließlich SMC-Pressen, LFT-D-Pressen, HP-RTM-Pressen, GMT-Pressen usw.) bedeutet die CE-Konformität nicht, dass nach der Fertigung einfach Sicherheitselemente hinzugefügt werden. Sie stellt vielmehr eine ganzheitliche Sicherheitsphilosophie dar, die systematisch in die strukturelle Konstruktion der Maschine, die Sicherheitsfunktionen, die Steuerungslogik sowie die endgültigen Anwendungsszenarien integriert ist, wobei die Risikobeurteilung im Mittelpunkt steht und auf einschlägigen Richtlinien und Normen basiert.

Für Kunden, die erstmals Verbundstoff-Hydraulikpressen aus China erwerben, ist das Verständnis der fundamentalen Unterschiede zwischen CE- und nationalen Standards entscheidend, um Projektrisiken zu minimieren und langfristig stabile Betriebsbedingungen sicherzustellen.
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